Landschaft und Lage
Das Anbaugebiet Württemberg erstreckt sich entlang des Neckars von Heilbronn über Stuttgart bis in die Gegend um Tübingen. Dazu gehören weitere Teile im Land, etwa das Remstal, und das Gebiet um den Bodensee bei Meersburg. Insgesamt bewirtschaften die Winzer rund 11.000 Hektar. Muschelkalk- und Keuperböden sowie das günstige Kleinklima am Neckar bringen ausdrucksstarke Rotweine hervor. Weinbau ist in Württemberg schon seit dem zweiten Jahrhundert belegt, und schon im Jahr 1607 gab es herzogliche Regeln für den Weinbau.
Rotwein und Riesling
Württemberg ist ein ausgesprochenes Rotweinland: Etwa zwei Drittel der Fläche stehen mit roten Sorten. Die wichtigsten sind Trollinger, Lemberger, Schwarzriesling und Spätburgunder. Bei den weißen Sorten führt der Riesling, der etwa ein Fünftel der Gesamtfläche einnimmt.
Besenwirtschaften: Einkehr beim Winzer
In Württemberg heißt die Straußwirtschaft Besenwirtschaft, kurz Besen. Winzer schenken dort zeitweise ihre eigenen Weine aus und bieten dazu kleine Gerichte an. Laut Landsichten gibt es in Württemberg rund 280 Besenwirtschaften. Übersichten dazu gibt es unter anderem für Stuttgart, das Remstal und das Bottwartal.
Auch am Bodensee gibt es Besen, etwa in Meersburg-Riedetsweiler. Manche Besen öffnen im Herbst und Winter.
Am Bodensee feiert Meersburg zwei Weinfeste: das Winzerfest der Meersburger Vereine in der Unterstadt und das Bodensee-Weinfest auf dem Schlossplatz.
Im Remstal liegt Weinstadt, die größte Weinbaugemeinde des Tals: In Strümpfelbach, Großheppach, Schnait und Endersbach öffnen Winzer ihre Besen und Weinwirtschaften, vom Sonna-Besa über den Schlossbesen bis zur Neuen Scheuer.
Ebenfalls im Remstal-Umfeld liegt Fellbach: Hier gibt es den Fellbacher Herbst als großes Weinfest, Besen in Oeffingen und Schmiden sowie Glühweinfeste der Weingärtner bis kurz vor Weihnachten.